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Über

Ich bin 61 Jahre jung, seit 40 Jahren glücklich verheiratet, nicht mehr berufstätig.

Meine Heimat ist Polen; in Deutschland lebe ich seit 31 Jahren.

Vor vier Jahren wagte ich in der deutschen Sprache zu schreiben. Zwei Romane sind bereits erschienen ("Glück auf Bewährung" und "Glück auf Zeit". Demnächst erscheint mein dritter Roman, der zu der Trylogie gehört.

Leidenschaftlich schreibe ich auch Kurzgeschichten, Gedichte und gereimte Texte zu verschiedenen Anlässen: Geburtstag, Hochzeit, Prüfung etc. Meine neueste Freizeitbeschäftigung: Puzzle mit 1.00 Teilen und stricken (aber nur einfache Sachen, z.B. ein Schal. Ich gehöre einer Poe-Ticker Gruppe - wir treffen uns alle zwei Wochen und stellen unsere Werke vor. Es gibt meistens viel Kritik, die aber eine Konstruktive Kritik ist. Wir organisieren auch Vorlesungen. Derzeit bereiten wir uns für die großen Vorlesungen bei Gartenschau in Eutin.

 

Alter: 62
aus: 23701 Eutin
 
Universität: Schlässiche Universität in Kattowitz

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war ich schön und schlank.

Wenn ich mal groß bin...:
zu spätt

Ich wünsche mir...:
ein sorgenfreies Leben

Ich glaube...:
an das Gute in Menschen

Ich liebe...:
meinen Mann und meine Familie.

Man erkennt mich an...:
meiner kleinen Gehbehinderung.
meinem Helfersyndrom

Ich grüße...:
alle, die Literatur lieben: die, die selbst schreiben und die, die das Geschriebene lesen

Ich mag nicht::
Unpünktlichkeit,



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Fortsetzung v.

Zum Schluss meinte der Mann, der uns helfen wollte, ich solle meinen Mann und meinen Sohn mitnehmen und an der Grenze die Zöllner bestechen. So wollten wir es zuerst machen bis wir uns fragten, was passiert, wenn es uns nicht gelingt? Wird Maximilian verhaftet werden? Auf jeden Fall bekäme er im Reisepass einen Vermerk über seinen Fluchtversuch. Und dann könnte es Ewigkeit dauern, bis man ihm eine Ausreisegenehmigung erteilen würde. So ein Risiko war uns zu groß. Jetzt stand fest, dass wir uns nochmal trennen müssen. Wie sollten wir es bloß Jonas erklären? Ausgerechnet an diesem Tag nannte er mich endlich Mama und hielt überall meine Hand fest. Er stellte uns tausend und eine Frage: Warum dürfen sie nicht nach Deutschland, wenn Mama darf? Warum gibt es Grenzen? Warum kann ich nicht zurückkommen? Werden Papa und er schon in paar Tagen nachkommen? Unter anderen Umständen wäre ich stolz auf meinen Sohn, der so klug war. Wir weinten und trösteten uns gegenseitig.

Die letzte Nacht im Hotel verbrachte ich mit Grübeleien. Ich war nicht zur Einsicht fähig. Wir hatten eine Woche für nichts und wieder nichts vergeudet. Zum Glück verbrachten wir die Nachmittage mit Jonas im Zoo und im Vergnügungspark. Einmal machten wir eine Donaufahrt. Jonas lachen war Musik in meinen Ohren. Würde ich alles genauso wieder tun? Was machst du dir für nutzlose Gedanken, schalte ich mich. Es war, wie es war. Niemand konnte das Schicksal bezwingen. An mir lag es lediglich, das Beste daraus zu machen. Im Stillen machte ich ein Versprechen an Jonas: Wenn er wieder bei mir sein wird, werde ich für ihn da sein, ohne Wenn und Aber. Ich werde ihn nicht mehr im Stich lassen. Das schwor ich, so wahr mir Gott helfe. Im Augenblick blieb mir jedoch nichts übrig, als auf ein baldiges Wiedersehen zu hoffen. Ich spürte, wie mir sogleich leichter ums Herz wurde. Einige Stunden später saß ich mit glänzenden Augen im Zug.

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam und ich begleitete sie dann zum Bahnhof. Jonas fing an zu weinen, weil er seinen Monchichi im Zimmer vergessen hatte. Ich versprach ihn nachzuschicken.

Zurück im Hotel packte ich meinen Koffer und fand den Monchichi unter dem Bett. Das Zimmer verströmte noch immer Maximilians und Jonas Geruch, als ob sie den Raum vor fünf Minuten verlassen hätten.

Jonas ist inzwischen ein junger Mann, aber sein Monchichi von damals hat einen Ehrenplatz in seinem Zimmer.

22.6.16 10:03


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"Sieben Tage Budapest oder die kürzeste Woche meines Lebens" -Fortsetzung v. "Die längste Nacht mein

Um 13:00 Uhr war ich endlich in Budapest am Bahnhof. Ich fuhr mit Taxi zum Hotel "Ibis". Nach dem Einchecken hatte ich noch knappe zwei Stunden Zeit bis zum Eintreffen von Maximilian und Jonas. Ich hatte meinen Koffer ausgepackt, geduscht und frische Sachen angezogen. Zum Schluss packte ich eine Tasche aus, in der Geschenke für Jonas waren: Obst, Süßigkeiten, eine bunte Pyjama, ein Cape und ein Monchichi, den ich auf dem Kopfkissen seines Bettes plazierte.

Im Foyer wartete ich dan ungeduldig auf die Beide. Ich sah sie schon von weit kommen. Mein Herz machte einen Sprung. Wie groß Jonas geworden war! Ich wollte ihn umarmen und es kam genauso, wie ich die Begrüßung in der Nacht gesehen hatte. Mein Herz blutete. Zwischen Maximilian und mir gab es nur eine kurze Umarmung und einen flüchtigen Kuss. Meine Enttäuschung war groß.

Als wir dann endlich auf dem Zimmer waren und Maximilian sagte: "Schau Jonas, was Mama dir mitgebracht hat. Sag schön danke", und ich: "Du darfst dir ruhig was nehmen", kam die Fruistrierung. Er bedankte sich brav, schaute mich dabei nicht an und sagte: "Ich mag nicht." Ich war den Tränen nah. Vor dem Schlafengehen wollte ich Jonas baden - keine Chance, das sollte der Papa machen. Als ich dann kurz alleine im Zimmer blieb, hatte ich bitter geweint, weil die Sehnsucht nach Jonas, mir das Herz zerriss. Schließlich sagte ich mir: Gib ihm etwas Zeit, er ist noch ein Kind, das wird schon. Die neue Pyjama wollte er auch nicht anziehen. Den Monchichi hatte er auch nicht an sich genommen. Aber als das Licht aus war, hörte ich ihn leise reden: "Danke, Chichi, dass du mir meine Mama zurückgebracht hast."  Ab nächsten Tag musste dann sein neues Kuscheltier immer mit.

Maximilian und Jonas schliefen schon friedlich und ich warf mich ruhelos von einer Seite auf die andere. Während der Mond durch die Joulasie schien, wanderten meine Gedanken zurück in die Vergangenheit, als wir noch eine komplette und glückliche Familie waren, Ich hatte so viel von Jonas verpasst. Wird er mich bald akzeptieren? Und Maximilian? Ich fand keine Antworten auf meine Fragen.

Jeden Tag verbrachten wir mehrere Stunden vor und in den Botschaften. Die Zeit rannte unaufhaltsam, und wir wussten nicht, wie unser Wiedersehen enden würde. Auf legalen Wegen durfte ich die Beiden nicht mitnehmen. Man hatte uns schließlich eine andere Lösung angeboten: Mit einem Diplomatenwagen sollten sie über die Grenze gebracht werden. Solcher Dienst war aber nicht umsonst. Wir hatten nur neunhundert Dollar und es reichte nicht. Unsere Eheringe, meinen Verlobungsring und meine wertvollen Ohrringe legten wir dazu. Es war immer noch nicht ausreichend.

Die Fortsetung folgt.

13.6.16 20:59


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