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Freundschaft fürs Leben Teil 2

"Hani ist gestorben", teilte mir Wiktor mit.

"Hatte  sie einen Unfall?", fragte ich.

"Sie hatte Krebs. Vor einer Woche wurde sie beerdigt."

"Krebs? Vor einer Woche beerdiogt?" Ich schüttelte fasungslos den Kopf. "Warum hast du mich nicht benachrichtigt?", wollte ich von ihm wissen.

"Anna wollte dir nichts sagen, weil sie die Hoffnung auf Genesung nie aufgegeben hatte. Sie wollte nicht, dass du dir um sie Sorgen machst, die hättest du genug. Du solltest sie so in Erinnerung behalten, wie sie bei deinem letzten Besuch war: gesund und fröhlich."

Das konnte ich noch irgendwie verstehen, aber warum ich zur Beerdigung nicht kommen konnte, machte mich wütend auf Wiktor.

"Sie wollte es so. Sie meinte, du brauchst nicht am Grab zu stehen, um sich von ihr verabschieden. Sie wollte dir die lange Reise im Winter nicht zumuten."

Immer noch wütend schrie ich ihn an: "Die Entscheidung hätte ich lieber selbst getroffen." Ich hörte Wiktor schluchzen und sagen: "Ich werde dir einen Brief schreiben. Ich kann jetzt nicht mit dir sprechen", und er hatte aufgelegt.

Erst jetzt konnte ich um meine Hani weinen. Ich war traurig, erbittert und wütend, vor allem auf Wiktor. Mein Mann versuchte mich zu trtösten: "Im Namen eurer Freundschaft musst du ihre Entscheidung akzeptieren."

Am nächsten Tag habe ich mich in der Kirche von Hani verabschiedet: Ich zündete am Opferstock eine Kerze an und erinnerte mich an alles, was wir zusammen erlebten. In Gedanken sprach ich zu ihr: "Du bist gestorben, aber du bist nicht tot. Wer geliebt wurde, ist nicht tot. Du warst die großartigste und würdigste Frau, die ich gekannt habe. Du bist bei mir for ever and ever. Ich verspreche dir, dass ich mit Wiktor im Kontakt bleibe. Ich werde ihn jeden Sonntag anrufen.Ich verspreche dir, dass ich ihn auch regelmäßig besuchen werde. Jetzt ist er ganz alleine: Keine Frau, keine Eltern mehr, und Geschwister hat er auch nicht."

Manchmal blättere ich im Fotoalbum und Tränen steigen in mir dabei auf. Ich bin nicht mehr empört: weder über Hani noch über Wiktor. Ich hatte Frieden geschlossen.

Eines Tages rief Wiktor mich an: "Ich kann nicht warten bis du kommst, ich muss eine Sache dringend erledigen." 

Er wollte mir sein und Hanis Haus hinterlassen. Ich machte ihm klar, dass ich nie zurückkommen werde, dass er eine andere Lösung finden muss. Zwei Wochen später bekam ich einen Brief von Wiktor. Er teilte mir mit, dass er eine junge Familie gefunden hätte, die sich um ihn kümmern wird, und dafür werden sie das Haus erben. Als ich ihn danach angereufen hatte, sagte ich nur: "Hani wäre damit einverstanden. Du hast eine gute Lösung gefunden." Wiktor bedankte sich und meinte: "Hani war immer stolz auf dich, weil du ein guter Mensch warst, du warst immer hilfsbereit und du hattest immer eine Lösung für alle Probleme. Solche Tochter hatten wir uns immer gewünscht. Wenn du bei uns warst, dann warst du eine Tochter für uns - eine Tochter auf Zeit."

Beide konnten wir nicht weiter reden und mit weinenden Stimmen hatten wir das Gespräch beendet.           

19.3.16 23:02
 
Letzte Einträge: Ein Brief an mich selbst, Das Bild, Eine Nacht im Zug oder die längste Nacht meines Lebens, Fortsetzung


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