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Kurzgeschichte

Die Klasse 6b sollte wieder mal einen Aufsatz schreiben: Diesmal zum Thema Ostern. Die Schüler hatten freie Wahl worüber sie schreiben wollten. Jonas schrieb: Meistens verbringen wir Ostern bei unseren verwandten in Polen. Dort feiert man Ostern nicht wie bei uns. Es gibt keine Plastikeier an den Sträuchern und Bäumen, Ostereier werden auch nicht im Garten gesucht. Ich erinnere mich an mein erstes Ostern dort. Ich fragte meine Tante: "Du hast noch keine Eier im Vorgarten hängen, darf ich sie aufhängen?"

  "Eier aufhängen? Wozu und wie soll es denn gehen", fragte meine Tante. Ich erklärte ihr, dass bei uns die bunten Eier im Garten hängen. Sie hatte sich gewundert und meinte: "Bei uns gibt es so was nicht."

"Aber Eiersuchen im Garten habt ihr, oder?"  Meine Tante antwortete: "Meine Hühner legen keine Eier im Garten." Ich erklärte ihr, wie das mit dem Eiersuchen wäre und sie mir über den Osterteller - die Eltern bereiten für ihre Kinder einen Osterteller. Auf einem Telle, auf einer nassen Watte werden Roggensamen ausgesät. Nach zwei Wochen, wenn man die Saat immer feucht gahalten hatte, ist der Roggen schön grün gewachsen. Darin werden ein Osterlamm oder ein Hase versteckt. Für jedes Kind ein Teller. Jedas Mal steht am Ostersonntag auch für mich ein Teller auf der Fensterbank meines Zimmers.

Der Karfreitag ist dort kein Feiertag. An dem Tag wird gefastet und wir essen kein Fleisch und keine Wurst. Jedes Jahr gibt es selbsteingelegte Herringe und Pellkartoffeln. MeineTante fastet sogar mehr - am Karfreitag isst sie nur ein Mal. Am Karfreitag werden die Eier gefärbt. Dafür benutzen wir keine Farben. Meine Tante sammelt trockene Zwiebelschalen von gelben und roten Zwiebeln, die getrennt gekocht werden. In dem Sud färben wird ann die Eier, die von gelb bis dunkelbraun und von hellrot bis ganz dunkelrot zum Vorschein kommen. Die Eier sind aber noch nicht ganz fertig. Jeder nimmt ein Ei und kratzt mit einer Rasierklinge ein Muster aus. Man muss aufpassen, um das Ei dabei nicht zu zerdrücken. Zum Schluss reiben wir die Eier mit Speiseöl ab, damit sie schön glänzen. Zwei schönste Eier finden Platz im Osterkorb. Die Kinder gehen am Samstag in die Kirche und nehmen die Osterkörbe mit, die mit Salz, Pfeffer, Meerettich, ein Stück Brot, Schinken, Wurst und einem Zuckerlamm gefüllt sind. Die Speisen werden in der Kirche gesegnet. Der gesegnete Korb steht dann auf dem Tisch, an dem Ostersonntag gefrühstückt wird.

Am Ostersonntag gehen wir um 6:00 Uhr in die Kirche, um die Auferstehung Christi zu feiern. Nach der Kirche trifft sich die Familie am Tisch. Jedes Familienmitglied nimmt von den gesegneten, und von dem Herrn des Hauses geteilten Eiern ein Stück, und spricht dabei Glück- und Segenwünsche für alle anwesenden aus. Neben Schinken, Wurst, verschiedenen Salaten, Osternbrot und Kuchen, gibt es am Ostersonntag Weißwurst, die mit Meerettich gegessen wird. Inzwischen mag die die Wurst sehr.

Der Ostermontag ist eine feucht-fröhliche Angelegenheit. Zum Spaziergang sollte man regenfeste Kleidung tragen. Es ist nämlich der "nasse Montag", auch "Tag des Wassergießens" genannt. Von  Kindern und Jugentlichen wird man mit Wasserpistolen und sogar mit ganzen Eimern voll Wasser traktiert. Die Jungs gießen die Mädchen - auf diese Weise drücken sie Sympathie und Interesse an sie aus. Heute machen auch die Mädchen mit. Mit meiner Schwester gibt es immer eine richtige Wasserschlacht. Anstelle eines Wassereimers benutze ich für meine Mutter und meine Tante Kölnisch Wasser. Mit einem Parfüm zu bespritzen ist auch ein Brauch bei den älteren Familienmitgliedern.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr in Polen, wenn wir wieder dort Ostern feiern werden.  

22.3.16 22:24
 
Letzte Einträge: Ein Brief an mich selbst, Das Bild, Eine Nacht im Zug oder die längste Nacht meines Lebens, Fortsetzung


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