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Eine Nacht im Zug oder die längste Nacht meines Lebens

Als ich .mit unseren beiden Töchtern nach Deutschland ausreiste, musste ich meinen Mann Maximilian und meinen dreijährigen Sohn Jonas für eine unbestimmte Zeit zurücklassen. Alle zusammen hätten wir nie eine Ausreisegenehmigung bekommen. Die Trennung war schmerzlich, aber wir waren voll Zuversicht, dass wir spätestens in einem halben Jahr die Familienzusammenführung feiern würden. Es kam leider anders als gedacht. Zweieinhalb Jahre hatten die Behörden meinem Mann den Pass verweigert. Wäre er kein Akademiker, hätte er bestimmt viel früher Polen verlassen können.

Nach anderthalb Jahren endlich ein Licht am Horizont - mein Mann arrangierte ein Treffen in Budapest. Eine Woche sollten wir zu dritt verbringen. Wir hofften, dass wir dann sogar zu dritt zurück nach Deutschland fahren würden. Ich kümmerte mich um das Hotel und die Fahrkarten für mich. Noch nie zuvor war ich im Schlafwagen gereist und ich reservierte mir die entsprechende Fahrkarte für die Hinfahrt. Ich glaubte, die ganze Nacht schlafen zu können. Das Geldfür den Schlafplatz hätte ich mir sparen können - an Schlafen war nicht zu denken. Ich fieberte dem Wiedersehen entgegen und tausend Gedanken hasteten wie Ameisen in meinem Kopf. Immer wieder spielte ich in Gedanken das Wiedersehen. Wird mich mein Sohn erkennen? Ich hatte ihm regelmäßig Fotos von mir und von seinen Schwestern geschickt. Er wird schon wissen wer ich bin. Aber werde ich für ihn eine Fremde sein? Ich sah mich auf ihn zugegen, um ihn umarmen zu wollen, doch er wich mir aus und suchte Schutz bei Papa. Und mein Mann? Will er mich noch? Werden wir zueinander finden? Werden wir miteinander schlafen? Ich hatte mir sexy Wäsche gekauft und nun hatte ich Bedenken, ob ich sie anziehen sollte. Wird Maximilian denken, dass ich immer so was trage? Ich war ihm treu geblieben. Und er? So viele Fragen und keine Antworten.

Ich hatte mich verändert: Ich war selbständiger, mutiger und sicherer im Auftreten geworden. Einen Führerschein hatte ich auch schon in der Tasche. Wird Maximilian die neue Frau gefallen? In der Ehe hat ein Partner nicht allein die ganze Last auf seinen Schultern zu tragen. Eine Ehe besteht aus zwei gleichwertigen Partnern, von denen jeder für sich verantwortlich ist. So wollte ich mit Maximilian jetzt leben. Ein Gefühl der Sinnlosigkeit überfiel mich. Was tust du nur, schimpfte ich mit mir. Warum quelst du dich selbst

Ich stellte mir vor, dass Maximilian und Jonas mit mir nach Hause fahren würden. Alle vereint - was für ein aufregender Gedanke. Im nächsten Moment schluchzte ich auf, weil das Leben einerseits so schön und anderersets so grausam war. Meine Töchter wussten nicht, wohin ich gereist war - ich wollte ihnen die mögliche Enttäuschung ersparen.    Fortsetzung folgt

23.5.16 21:03
 
Letzte Einträge: Ein Brief an mich selbst, Das Bild, Fortsetzung


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