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"Sieben Tage Budapest oder die kürzeste Woche meines Lebens" -Fortsetzung v. "Die längste Nacht mein

Um 13:00 Uhr war ich endlich in Budapest am Bahnhof. Ich fuhr mit Taxi zum Hotel "Ibis". Nach dem Einchecken hatte ich noch knappe zwei Stunden Zeit bis zum Eintreffen von Maximilian und Jonas. Ich hatte meinen Koffer ausgepackt, geduscht und frische Sachen angezogen. Zum Schluss packte ich eine Tasche aus, in der Geschenke für Jonas waren: Obst, Süßigkeiten, eine bunte Pyjama, ein Cape und ein Monchichi, den ich auf dem Kopfkissen seines Bettes plazierte.

Im Foyer wartete ich dan ungeduldig auf die Beide. Ich sah sie schon von weit kommen. Mein Herz machte einen Sprung. Wie groß Jonas geworden war! Ich wollte ihn umarmen und es kam genauso, wie ich die Begrüßung in der Nacht gesehen hatte. Mein Herz blutete. Zwischen Maximilian und mir gab es nur eine kurze Umarmung und einen flüchtigen Kuss. Meine Enttäuschung war groß.

Als wir dann endlich auf dem Zimmer waren und Maximilian sagte: "Schau Jonas, was Mama dir mitgebracht hat. Sag schön danke", und ich: "Du darfst dir ruhig was nehmen", kam die Fruistrierung. Er bedankte sich brav, schaute mich dabei nicht an und sagte: "Ich mag nicht." Ich war den Tränen nah. Vor dem Schlafengehen wollte ich Jonas baden - keine Chance, das sollte der Papa machen. Als ich dann kurz alleine im Zimmer blieb, hatte ich bitter geweint, weil die Sehnsucht nach Jonas, mir das Herz zerriss. Schließlich sagte ich mir: Gib ihm etwas Zeit, er ist noch ein Kind, das wird schon. Die neue Pyjama wollte er auch nicht anziehen. Den Monchichi hatte er auch nicht an sich genommen. Aber als das Licht aus war, hörte ich ihn leise reden: "Danke, Chichi, dass du mir meine Mama zurückgebracht hast."  Ab nächsten Tag musste dann sein neues Kuscheltier immer mit.

Maximilian und Jonas schliefen schon friedlich und ich warf mich ruhelos von einer Seite auf die andere. Während der Mond durch die Joulasie schien, wanderten meine Gedanken zurück in die Vergangenheit, als wir noch eine komplette und glückliche Familie waren, Ich hatte so viel von Jonas verpasst. Wird er mich bald akzeptieren? Und Maximilian? Ich fand keine Antworten auf meine Fragen.

Jeden Tag verbrachten wir mehrere Stunden vor und in den Botschaften. Die Zeit rannte unaufhaltsam, und wir wussten nicht, wie unser Wiedersehen enden würde. Auf legalen Wegen durfte ich die Beiden nicht mitnehmen. Man hatte uns schließlich eine andere Lösung angeboten: Mit einem Diplomatenwagen sollten sie über die Grenze gebracht werden. Solcher Dienst war aber nicht umsonst. Wir hatten nur neunhundert Dollar und es reichte nicht. Unsere Eheringe, meinen Verlobungsring und meine wertvollen Ohrringe legten wir dazu. Es war immer noch nicht ausreichend.

Die Fortsetung folgt.

13.6.16 20:59
 
Letzte Einträge: Ein Brief an mich selbst, Das Bild, Eine Nacht im Zug oder die längste Nacht meines Lebens, Fortsetzung


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